6. Brombachsee Marathon, Sonntag 21.Sept. 2008
Bestimmt hat sich der eine oder andere auch schon mal gefragt, was uns Hobbyläufer dazu bringt, Sonntags morgens um 6:00 Uhr bei Dunkelheit das wohlig warme Bett zu verlassen um an einem Wettkampf teilzunehmen. Was treibt uns an? Sicher unterschiedliche Aspekte. Vorrangig hoffentlich der gesundheitliche. Spaß sollte natürlich auch eine Rolle spielen, idealerweise kombiniert mit einer Portion Wettkampffieber. Kurzum: Sport-Spaß-Spannung … zugegeben, dieser Slogan stammt – leicht abgewandelt - aus einer bekannten Werbung . Ein Wettkampf der diesen Anforderungen gerecht wird, ist der Brombachsee-Marathon. Über 18km können die Nordic-Walker Stöcke schwingend den Großen Brombachsee umrunden. Als Läufer hat man die Wahl zwischen Halb- und Volldistanzmarathon. Die Strecke ist landschaftlich ausgesprochen reizvoll und lädt aufgrund ihrer optischen Reize regelrecht zum Laufen bzw. zur Seeumrundung ein. Noch malerischer wird die Veranstaltung, wenn sich der Himmel weiß-blau im türkisfarbenem Wasser des Stausees widerspiegelt und die Ausflugsdampfer ihre Runden drehen. Spaß macht auch das Streckenprofil, das hin und wieder ein paar leichte Wellen zu bieten hat. An den sage und schreibe 13 Verpflegungsstellen hat man sich bestens auf den unterschiedlichen Läuferansturm eingestellt und dank der vielen, fleissigen Helfer klappt alles bestens. Auch das macht Spaß. Ebenso wie die überwiegend breiten, gut befestigten Wege und die akustische Untermalung durch die beinahe unermüdlich trommelnden Musikgruppen. Für Spannung muß dann allerdings jeder ein wenig selber sorgen. Aber bei annähernd 1.500 Teilnehmern sollten genügend Anreize zum „Taktieren“ vorhanden sein. Schön, wenn man das Spalter Tor passiert hat und danach regelrecht in Richtung Ziel fliegt. Entlang der Zielgeraden und auf dem Marktplatz drängen sich Zuschauer, Freunde und Bekannte. Die Moderatoren brauchen ein gutes Reaktionsvermögen und Adleraugen um die heranstürmenden Wettkämpfer überwiegend namentlich zu empfangen und um unzählige Zeitangaben zu tätigen. Im Läufer-VIP-Bereich gab es reichhaltig Verpflegung. So, nach ausschließlich positiven Eindrücken gibt es im Zusammenhang mit der Gepäckausgabe leider Grund zur Kritik. Durchgeschwitzt, bei kühlen 14 Grad beinahe eine Dreiviertelstunde auf seine Tasche/Rucksack warten zu müssen ist nicht nur ärgerlich, sondern in Bezug auf die Gesundheit auch äußerst gefährlich. Diesen Ablauf gilt es bis zum nächsten Mal durch die Organisatoren dringend zu optimieren. Nicht knapp wurde es zum Duschen in der Brombachhalle mit dem warmen Wasser. Bei vielen Veranstaltungen häufig eine Schwachstelle. Auch die oftmals weichgekochten Nudeln hatten hier noch richtig Biß und die Soßen einen wirklich guten Geschmack. Der Laufsport-Nachwuchs konnte seine Beinmuskulatur derweil auf der Hüpfburg kräftigen bzw. aufbauen und am Vortag standen Schüler- und Bambiniläufe auf dem Programm. Ach ja, fast hätte ich es vergessen, wo ich doch selber schon einmal das ultimative Sport-Vergnügen hatte .... bereits zum 2.Mal fand am Samstag der Skike-Lauf statt. Als persönliches Fernziel habe ich mir meine Teilnahme 2009 am 3.Skike-Lauf gesetzt. Kurzum, hier ist wirklich für jeden etwas geboten, auch wenn es tatsächlich Läufer geben soll, die vor der Bezeichnung „Panoramalauf“ zurückschrecken.
Heike aus Fürth
Dieser Wettkampf kollidiert kalendarisch bereits seit Jahren mit dem Neumarkter-Stadtlauf. Aktiver, wettkampforientierter Läufer bin ich seit 3 Jahren. Nachdem es mich in den beiden Vorjahren nach Neumarkt verschlagen hatte, entschied ich mich 2007 für den Brombachsee. Eine gute Wahl, wie sich später herausstellen sollte. Petrus hatte auch heute wieder ein Herz für uns Läufer. Zwar zeigte das Thermometer bis kurz vor dem Start erst 7 Grad, aber das sollte sich schnell ändern. Um 10:00 Uhr wurde der Startschuß abgefeuert und die sich auf dem Hauptdamm „zurückgestauten“ unzähligen 21,1 km-Läufer setzten sich zielstrebig in Bewegung. Mir fiel auf, daß ich mit meinem Trinkgurt schon fast zu den Exoten gehörte. Sollte die Versorgung wirklich derart umfangreich sein? Vom Damm weg, ging es eine Ehrenrunde nach rechts, unterhalb des Stausees entlang. Völlig unbeeindruckt vom dem Spektakel grasten Schäfchen zur Linken – idyllisch. Da gibt es doch auch einen passenden Reim : Schafe zur Linken, das Glück wird dir winken ..... sollte es sich wirklich um ein gutes Ohmen handeln?
Bleibenden Eindruck hinterließ der Anblick der Läufer, die noch immer wie Perlen aneinandergereiht auf dem Damm unterwegs waren, während ich mich neben vielen anderen bereits eine Etage tiefer darum bemühte, dieses windgeschützte, sonnige Teilstück so rasch wie möglich hinter mir zu lassen. Leichter Anstieg, nochmals vorbei an den sportbegeisterten Zuschauern und dann links um den Großen Brombachsee. Es lief gut. Fast schon zu gut. Ab und zu ein leichter Anstieg, immer mal wieder kleinere schattige Abschnitte und wirklich jede Menge Versorgungsstationen. So spulte ich mein Laufpensum planmäßig Kilometer für Kilometer ab. War das tatsächlich schon die 10km-Marke ? Ab km15 wurde es für mich zusehends härter das Tempo zu halten. Zwischen km 16 und 17 hatte ich ein Formtief. Kann sein, daß es tatsächlich die dargebotenen Bananenstücke waren, die mir nach dem Durchhänger die nötige Energie zurück gegeben haben. Gerade noch rechtzeitig vor dem steilen Anstieg vom See Richtung Sportpark. Bestens platziert waren die beiden Jungs, die den Song: everywhere you go ...von Crowded-House professionell abrockten. Eine langgezogene Abwärtsstrecke folgte. Nochmals ein kleiner Anstieg, jetzt war klar, die restl. 2km bis zum Spalter Tor bzw. zum Zieleinlauf am Marktplatz von Pleinfeld würden kein Problem mehr darstellen. Trotzdem kaum zu glauben ..... 1:48:50 ..... das hatte ich nicht für möglich gehalten. Damit hatte ich erstmals die 1:50-Marke geknackt. Landschaftlich sehr reizvoll, wäre es unsportlich, diesen Lauf mit Neumarkt zu vergleichen. Als ein großes Plus habe ich jedoch die Tatsache empfunden, daß es sich – anders als in Neumarkt - um eine Einwegstrecke handelt. Für einen HM äußerst empfehlenswert. Fast ein wenig Leid hingegen taten mir die Marathonläufer. Irgendwie gingen sie in dem Ablauf beinahe unter und das hatten sie bei anstrengenden 2x 21,1 km Lauflänge nun wirklich nicht verdient.
Heike Heller aus Fürth